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KONZEPT

Liebe Leser, liebe Eltern

Kinder sehen und erleben die Welt mit ihren eigenen Augen und "verarbeiten" diese spielerisch im Rahmen ihrer Fähigkeiten und Möglichkeiten. Diese kindlichen Fähigkeiten reglementieren wir – im Sinne eines von Erwachsenen vorgegebenen Ergebnisses – jedoch nicht, noch bewerten wir sie.

Vielmehr fördern wir ganz gezielt die schöpferische, kreative Kraft der Kinder durch unsere weiter unten vorgestellte Konzeption unserer "Villa Kunterbunt".

Nur so können wir unserem, im Kindertagesstättengesetz für Rheinland-Pfalz verankerten Auftrag gerecht werden, das Selbstbewusstsein und das Selbstvertrauen der Kinder zu stärken. Denn Selbständigkeit erwächst aus Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen. Dabei legen wir großen Wert darauf, die Stärken jedes einzelnen Kindes herauszufinden und zu fördern, damit sich so die Schwächen (von alleine) schwächen und möglichst verschwinden.

Wir setzen Vertrauen in die Fähigkeiten der Kinder, erkennen diese Fähigkeiten an und akzeptieren sie.

Besondere Schwerpunkte haben sich in unserer Arbeit in Anlehnung an die Bildungsempfehlungen für Kindertagesstätten in Rheinland-Pfalz herauskristallisiert. Diese werden innerhalb der pädagogischen Arbeit von einzelnen Erzieherinnen nach dem Fachfrauenprinzip verwirklicht.

 

Die Schwerpunkte unserer pädagogischen Arbeit

 

·         Wir sind ein offener Kindergarten

Der Begriff "offen" charakterisiert unser Konzept als Begegnungsstätte sehr treffend.

Unsere pädagogischen Fachkräfte haben sich in den vergangenen Jahren weitergebildet und weiterentwickelt. Durch gezielte Beobachtungen der uns anvertrauten Kinder hat sich die Arbeit in unserem Kindergarten gewandelt. Die Rolle der Erzieherin hat sich verändert.

Durch Fortbildungen und eine enge Zusammenarbeit mit anderen Erzieherinnen haben wir als Reaktion auf die veränderte Kindheit heutzutage, zu einer offenen Arbeitsform gefunden.

Im Hinblick auf eine zukunftsorientierte Erziehung erschien uns dies als unbedingt erforderlich.

Unsere pädagogischen Fachkräfte und unser Kindergarten sind offen für

 

·         mehr Freiräume der Kinder

Die Kinder können durch größere Entfaltungsmöglichkeiten spielerisch eine erweiterte Umwelt erfahren und werden offener für Neues und anderes.

Spielraum für Kinder meint "Raum schaffen" im wörtlichen Sinn – Ecken und Nischen können diesem Anspruch nicht gerecht werden.

Die, nach Möglichkeit groß gestalteten, Funktionsbereiche bieten Möglichkeiten

  • für Bewegung und großräumiges Bauen
  • zum Ruhen und Lesen
  • zum Träumen und Meditieren
  • für Werken, Malen, Gestalten
  • zum Bauen
  • zum Frühstücken
  • für Rollenspiele jeglicher Art
  • für Angebote, Projekte, Geburtstagsfeiern
  • für Ausflüge, Wanderungen, Waldtage, Erkundungsgänge

Unser Kindergarten ist zwar ursprünglich für 2 Kindergruppen geplant und gebaut worden – die Gruppen existieren jedoch nur in verwaltungstechnischer Sicht. Im normalen Tagesgeschehen sind die Strukturen völlig aufgelöst und das gesamte Personal sowie sämtliche Räume stehen allen Kindern zur Verfügung.

 

·         andere Altersgruppen

Der offene Kindergarten ermöglicht mehr Kontakte und Freundschaften als die traditionelle Gruppenzusammensetzung. Das Zusammenleben von 2-jährigen bis zum 4. Schuljahr lässt Erfahrungen unterschiedlicher Altersgruppen zu. Freunde dürfen gerne zu Besuch kommen.

Dennoch entwickeln die Kinder auch Gefühle der Zugehörigkeit (Wir-Gefühle) zu ihrem Kindergarten oder zu ihrer Projektgruppe / Spielgruppe und den dort zuständigen Erzieherinnen. Es bilden sich kleine, überschaubare Interessengruppen, die in ihrer Größe und Zusammensetzung dem Kind dieser Altersgruppe am ehesten entgegenkommen.

So sollen die Kinder unsere "Villa Kunterbunt" als ein Haus für Kinder wahrnehmen. Sie finden Hilfe, Unterstützung, Anregungen von den Erwachsenen, wenn sie es wollen oder die Situation es erfordert.

Die Kindergartenanfänger (2 und 3jährige Kinder) treffen sich täglich (während der Angebotszeit) in Begleitung einer speziellen Erzieherin in ihrer Kleingruppe des „Anfängerclubs“, um sich, ausgehend von einer stabilen, überschaubaren „Basis“ das Haus und deren Bewohner zu erschließen. Auf dieses wichtige Fundament kann dann, nach Abschluss der Eingewöhnung, von allen Erziehungskräften aufgebaut werden.

Der offene Kindergarten ist das unausgesprochene Angebot:

"Komm, hier kannst du aus dir heraus gehen, etwas wagen, hier ist Spielraum für dich, er gehört dir, fülle ihn aus."

 

·         eine intensive Zusammenarbeit des Teams

Da in unserer Villa Kunterbunt die Mitarbeiterinnen alle Kinder betreuen, ist eine gute Zusammenarbeit und ein reger Austausch unabdingbar.

Das wöchentliche Teamgespräch (2 Stunden), an dem alle Erzieherinnen und Praktikanten teilnehmen, wird durch die zweimal im Jahr stattfindenden Teamtage sinnvoll ergänzt (jeweils 2 Tage nach den Weihnachtsferien und nach den Sommerferien).

Die Kinder unserer Einrichtung werden nicht nur von den (wie sonst üblichen) zwei Gruppenerziehern beobachtet, sondern das gesamte Personal (6 Personen) stehen als Fachkraft, als Spielpartner und Beobachter zur Verfügung.

Für uns Erzieherinnen bietet dies die Möglichkeit der Arbeitsteilung: nicht jeder muss oder kann alles gleich gut tun. Bei der Auswahl des Fachbereiches/Bildungsbereiches sowie der Durchführung der Angebote und Projekte nehmen wir auf Vorwissen und Interessen Rücksicht, denn was man gerne tut, kommt bei den Kindern ganz anders an. So ergänzen sich die Fachfrauen in unserer Einrichtung gegenseitig und füllen den vom Ministerium geforderten Bildungskanon aus.

Praktikanten werden kontinuierlich von einer Kraft betreut.

Auch für die Betreuung der Funktionsräume ist ein Erfahrungsaustausch notwendig. Gemeinsam entscheiden wir, wer spezielle Akzente innerhalb unserer Arbeit  setzt; dies meint zum Beispiel das Durchführen der Geburtstagsfeiern für die Kinder, die Betreuung des Außengeländes auch die Funktion der ‚Feuerwehr’, d.h., wer zuständig ist für Telefonanrufe, Besucher und kleinere Zwischenfälle (z.B. Windeln wechseln).

 

·         die Zusammenarbeit mit Eltern

Ein ausführliches Aufnahmegespräch ist in der Regel der erste Kontakt zu unseren künftigen Kindergarteneltern. Dazu bieten wir Schnuppertage für Eltern (und Kind) und eine intensive Eingewöhnungsphase an.

Eine „Patin“ (Erzieherin) wird dem Kindergartenneuling zugeteilt. Diese ist für die Eingewöhnungsphase, Begleitung des Kindes und der Eltern, die Beobachtung und Dokumentation der Entwicklung des Kindes sowie die jährlichen Entwicklungsgespräche zuständig.

Während der Eingewöhnungsphase und auch später sind uns Eltern und Großeltern sehr willkommen. Sie kennen ihr Kind am besten und helfen uns mit ihrem Wissen und ihren Erfahrungen, damit wir gemeinsam an dem Ziel arbeiten können, das Beste für die uns anvertrauten Kinder zu erreichen.

Wir begrüßen einen regen Erfahrungsaustausch mit ihnen bei täglichen Gesprächen in der Bring- und Abholzeit, bei Elternabenden und Elternstammtischen und ihre Mitarbeit bei Festen, der Gestaltung der Kindergartenzeitung und der Durchführung von Aktionen in- und außerhalb des Kindergartens.

Auch Interessen und Hobbys der Eltern und Großeltern sind uns sehr willkommen. Sie bereichern den Erfahrungsradius der Kinder und uns in unserer Arbeit.

 

·         Besucher

Sie sind uns willkommen und finden unsere Tür offen. Jeder ist herzlich eingeladen, mit uns den Kindergartenalltag zu verleben. Freunde oder Geschwister der Kinder dürfen diese selbstverständlich besuchen. Erwachsene Besucher bieten eine weitere Bereicherung, indem sie ihr Können oder Wissen einbringen.

Unser Außengelände gehört nicht nur uns allein, sondern ist vielmehr als naturnahe Spiel- und Begegnungsstätte für den ganzen Ort und auch Besucher geöffnet. Auch dadurch kommen die Kinder mit großen und kleinen Menschen aller Altersgruppen in Kontakt.

Einmal wöchentlich besuchen uns Mütter und Kleinkinder der örtlichen Krabbelgruppe. Sie nutzen den Bauraum für ihre Treffen. Kontakte mit den Kindergartenkindern und dem Personal entstehen zwangsläufig und werden von uns begrüßt

 

·         alle an unserer Arbeit Interessierte

Als Ausbildungsstelle für angehende Erzieherinnen nehmen wir gerne Praktikanten auf und sind an einem Austausch mit ihnen und den begleitenden Fachschulen sehr interessiert.

Kolleginnen anderer Einrichtungen, die bei uns hospitieren möchten, bitten wir um eine Terminabsprache, damit wir eine Erzieherin als Ansprechpartner und ausreichend Zeit für Gespräche einplanen können.

Grundsätzlich ist jeder, der sich für unsere Arbeit interessiert, herzlich zu uns eingeladen.

 

·         die Zusammenarbeit mit anderen Einrichtungen und Institutionen

Wir arbeiten mit unserem Nachbarkindergarten in Landkern zusammen. Zum einen hat ein Teil unseres Personals dort früher gearbeitet (bevor unser Kindergarten gebaut wurde). Zum anderen besuchen die Kinder nach ihrer Kindergartenzeit gemeinsam die gleiche Grundschule, und können so schon vor der Einschulung miteinander in Kontakt kommen und sich kennen lernen.

Im Pädagogikteam der Region Kaisersesch treffen sich die Leitungskräfte der Kindergärten, Kindertagesstätten, Integrativen Kindertagesstätten, Grundschulen und Regionalen Schule der Verbandsgemeinde Kaisersesch zu einem regelmäßigen Gedankenaustausch sowie zu gemeinsamen Aktionen und Fortbildungen.

Ebenso pflegen wir eine enge Zusammenarbeit mit der hiesigen Grundschule und ihren Lehrkräften.

Wir besuchen mit den Kindern die Schule und die Lehrer besuchen unseren Kindergarten. Wir führen gemeinsam Veranstaltungen durch, erleben Wandertage zusammen und nehmen schon vor der Einschulung mehrfach am Unterricht der 1. Klasse teil.

Wir arbeiten mit der Erziehungs- und Lebensberatung, einer Ergotherapiepraxis, dem Jugendamt und dem Gesundheitsamt zusammen.

Bei Arbeitsgemeinschaften kommen wir mit dem Personal der Kindergärten unserer Region und anderen Einrichtungen, die ebenfalls nach dem offenen Prinzip arbeiten, zusammen. Sie dienen dem Erfahrungsaustausch und der Fortbildung.

 

 

·         Wir sind ein Bewegungskindergarten

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Die Funktionalität unserer Räume und unseres Außengeländes bieten den Kindern optimale Bewegungsmöglichkeiten.

Indem das ganze Haus für die Nutzung durch die Kinder geöffnet ist, kommt ‚zwangsläufig’ Bewegung in den Tagesablauf, da für verschiedene Spielbedürfnisse unterschiedliche Räume aufgesucht werden.

Außerdem ist das Mehr an Bewegungs- und Entfaltungsraum ein Kompensationsmittel zum Abbau von Spannungen und seelischen Problemen. Im Bewegungsraum können die Kinder eine Bewegungslandschaft nach ihren Vorstellungen, Wünschen und Bedürfnissen aufbauen und verändern und sind somit später für andere Dinge aufnahmefähiger.

Wandertage und Waldkindergartenzeiten setzen wir auch gezielt als Bewegungsangebot ein, welche die Bewegungsmöglichkeiten im Haus bereichern.

Das Außengelände lädt als naturnaher Bewegungsraum jederzeit zu ausgedehnten Bewegungsspielen und Sinneserfahrungen ein, die der Wahrnehmung des eigenen Körpers gut tun.

Wir begründen diese Raumangebote mit den in den letzten Jahren wissenschaftlich bewiesenen Erfahrungen, dass die Denkentwicklung der Kinder sich immer stärker und differenzierter herausbildet, je körperlich aktiver die Kinder sein können:

"Wer sich nicht bewegt, bleibt sitzen."

 

·         Wir sind ein Angebotskindergarten

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Wir bieten den Kindern an bestimmten Wochentagen spezifische Angebote (Spielkreis, musizieren, Traumreisen, Turnen, Wandertage, Waldtage, Angebote in den einzelnen Funktionsräumen) an, aus denen sie bewusst auswählen können, und sie sich das aussuchen, was für sie interessant ist oder ihrem momentanen Bedürfnis entgegenkommt.

Während der morgendlichen Vollversammlung treffen sich alle Kinder und Erzieher in einem Mattenkreis im Bewegungsraum. Nach der Begrüßung stellt jede Erzieherin das Angebot ihres Fachbereiches vor. Sie erklärt, was an diesem Tag stattfinden wird, damit die Kinder abschätzen können, worauf sie sich bei der Wahl einlassen.                                                 Reihum entscheidet sich jedes Kind durch die Auswahl eines Symbols für die Teilnahme an einer Kleingruppe. Diese trifft sich unmittelbar zur anschließenden Angebotszeit nach dem Schlusslied (Beendigung der Vollversammlung) in den entsprechenden Räumen.

Nur sehr wenige Aktivitäten sind verpflichtend zum Mitmachen – bei den meisten Dingen können die Kinder über eine Teilnahme frei entscheiden und werden nicht gezwungen.

Hat man sich jedoch zur Teilnahme an einem Projekt oder Angebot entschlossen, so ist dies während der Angebotszeit (für diesen Tag) bindend.

Unsere Beobachtungen und Erfahrungen sowie die Interessen und Bedürfnisse der Kinder sind die Grundlage für unsere Schwerpunkte, die wir gezielt zur Förderung der Kinder anbieten.

Das heißt nicht, dass wir Kindern, die gerade mit ‚Nichtstun’ beschäftigt sind, durch entsprechende Angebote ‚beschäftigen wollen. Aus solchen Phasen der Ruhe entspringt häufig ein kreativer Gedanke, der anschließend, auf Initiative des Kindes hin, umgesetzt wird.

Das Kind ist Akteur seiner eigenen Entwicklung – darauf wird bei uns gebaut.

Kinder brauchen Erwachsene, die Vertrauen in die kindlichen Entwicklungskräfte haben und im notwendigen Maß Anleitung und Anregung geben und sich auch zurückhalten können.

Kinder sind wissensdurstig und voller kreativer Lebenskraft, die sich äußern will und wofür wir Raum schaffen.

"Ein guter Erzieher ist, wer sich mit der Zeit überflüssig macht." – wie Pestalozzi sagte.

 

·         Unser Kindergarten fördert das Freispiel

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Das bedeutet:

  • Das Kind entscheidet WAS, WO, mit WEM und WIE LANGE es spielen möchte.
  • Es geht um Spaß und nicht darum, ein sichtbares, vorzeigbares Ergebnis zu erreichen. Die Kinder können sich im Freispiel eigenverantwortlich und nach ihrem individuellen Rhythmus entwickeln.
  • Sie lernen spielerisch soziale Dinge wie Streiten, sich wieder vertragen, Teilen, Rücksicht nehmen und sich sozial durchzusetzen.

Dieser wichtige Prozess kann jedoch nur dann passieren, wenn wir Erwachsene uns zurückhalten und es zulassen – das kostet oft mehr Energie- als Einmischen.

Nur, wenn wir spüren, dass die Kinder von der Situation überfordert sind oder sie eigene Grenzen nicht mehr spüren, mischen wir uns helfend ein. Wir versuchen ihnen, ihre Gefühle und ihr Handeln deutlich zu machen und zu helfen, zu einer Lösung zu finden.

Gemeinsam suchen wir Wege, aus einem Konflikt herauszukommen, spielen Möglichkeiten durch – gehen müssen sie den von ihnen gewählten Weg jedoch allein und auch die anschließenden Konsequenzen tragen.

Bei uns nimmt das Feispiel einen großen (auch zeitlichen) Raum ein; durch die Vielfalt von Tätigkeitsprozessen im Wahrnehmen, Bewegen, Handeln, Reden und Spielen können die Kinder einen grundlegenden Aufbau ihrer Persönlichkeit erfahren. Gerade durch solche Erfahrungen sind sie für die komplizierte Welt, die auf sie wartet, am besten gerüstet.

Spiel ist nicht nutzlos – nur weil es, auf den ersten Blick, nicht zweckorientiert ist.

"Das Spiel ist die Brücke zur Wirklichkeit", wie Bruno Bettelsheim sagt.

 

·         Jeder darf bei uns so sein, wie er ist

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Jedes Kind hat das Recht zu lachen, zu spielen, zu träumen, zu lieben, anderer Ansicht zu sein, vorwärts zu kommen, um sich zu verwirklichen.

Dieses Recht steht bereits im Grundgesetz festgeschrieben. Durch das Respektieren der Grundrechte des Menschen und gegenseitigem Vertrauen ist es für uns ein bedeutendes Ziel, Kind an Eigenverantwortung heranzuführen, sie diese spüren zu lassen; sie wachsen zu lassen zu eigenständigen, kritikfähigen und Ich-starken Menschen.

Maria Montessori drückt dies in ihrem Lehrsatz für uns treffend aus:

"Hilf mir, es selbst zu tun."

Wir möchten die Kinder, in jeder Phase ihrer Entwicklung, spüren lassen, das sie so, wie sie sind, gut sind.

Dies beinhaltet auch, dass uns "Pampers-Kinder" ebenfalls willkommen sind. Ungeachtet des Alters der Kinder ist der Gesichtspunkt der ‚abgeschlossenen Sauberkeitserziehung’ für uns ein zweitrangiger. Wir ermuntern auch die Eltern, im Vertrauen auf die Fähigkeiten ihres Kindes, jedem Kind sein eigenes Tempo zuzugestehen.

Grundsätzlich stehen wir der Aufnahme von in ihrer Entwicklung beeinträchtigten oder behinderten Kindern offen gegenüber – wenn wir den besonderen Bedürfnissen des jeweiligen Kindes mit unseren Mitteln gerecht werden können.

 

 

·         Spielen ist Lernen –

für das große Spiel, das ‚Leben’ heißt

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Ø Lernen durch Zusammenleben und Zusammenspielen

Ø Lernen durch Versuch und Irrtum

Ø Lernen durch eigene Erfahrungen

Ø Lernen durch Vorbilder

Die spätere Schulfähigkeit resultiert aus der Vielfältigkeit der vorangegangenen Spielmöglichkeiten und –erfahrungen in den Lebensjahren zu Hause, im Kindergarten und bei Freunden.

Wir arbeiten nach dem Grundsatz: "Ein ausgespieltes Kind ist ein schulfähiges Kind." – beidem uns der Rektor Grundschule, die unsere Kinder später besuchen, beipflichtet.

Wir versuchen Eltern zu vermitteln, das sich Entwicklung und Lernen bei den Kindern vornehmlich im Spiel vollzieht, sei es im Freispiel oder durch Projekte. Im Spiel erwirbt das Kind Kompetenzen, die es schulfähig machen, jedoch nicht schulfertig im Sinne einer Rollenaneignung als Schüler oder Schülerin. Das bleibt der Schule selbst vorbehalten.

Alle unsere Kinder sind im Prinzip Vor-Schüler; jeder Entwicklungsabschnitt hat einen eigenen Sinn in sich und jede Entwicklungsstufe muss – aufeinander aufbauend – in seiner ganzen Vielfalt durchlebt werden. Erst dann ist die Bereitschaft und Reife für die nächst Stufe entwickelt – dies kann nicht erzwungen oder er-fördert werden.

Reife braucht Zeit, Raum, adäquate Bedingungen und nicht Zwang.

Kinder, die ausgiebig spielen konnten und können, bringen die besten Voraussetzungen für den Schulbesuch mit. Wir verstehen unter Schulvorbereitung, die Spielentwicklung jedes Kindes aktiv zu unterstützen.

Die allgemeine Schulfähigkeit kann in vier Teilbereiche untergliedert werden:

     1. Die körperliche Schulfähigkeit:

Z.B. ein Kind ist körperlich gesund, kann seinen Körper beherrschen und bestimmte Bewegungsabläufe bewusst einsetzen, es beherrscht grundlegende grob- und feinmotorische Bewegungen.

  1. Die soziale Schulfähigkeit:

Z.B. ein Kind ist bereit, Kontakte aufzunehmen, es kann Konflikte eigenverantwortlich lösen, kann sich von vertrauten Personen trennen, kann sich an Regeln halten, fühlt sich in der Gruppe angesprochen.

  1. Die kognitive Schulfähigkeit:

Z.B. ein Kind kann sich über längere Zeiträume konzentrieren, kann in logischen Zusammenhängen denken, besitzt einen großen Sprachschatz und kann sich mitteilen, kann Informationen aufnehmen und wiedergeben.

  1. Die emotionale Schulfähigkeit:

Z.B. ein Kind ist gefühlsmäßig eher ausgeglichen, steht neuen Anforderungen zuversichtlich gegenüber, setzt Vertrauen in sich und seine Fähigkeiten.

Kinder, die unter günstigen Voraussetzungen intensiv spielen durften und dürfen, sind in der Regel ausgeglichen, zuversichtlich, voller eigenem Vertrauen, bewegungsaktiv und –koordiniert, kontaktfreudig, ausdauernd und motiviert, sprachaktiv und kooperativ, wahrnehmungsoffen und aufmerksam, interessiert, neugierig und phantasievoll.

In unserer Einrichtung treffen sich die Kinder im letzten Jahr des Kindergartenbesuches regelmäßig ein mal in der Woche, um in dieser Kleingruppe spezielle Erfahrungen in altersgemäßen Lernangebote machen zu können. Sie werden dabei von einer Erzieherin kontinuierlich betreut. Als „Sonnenblumenkinder“ sind sie die ältesten (und oft auch größten) Kinder der Einrichtung – so wie die Sonnenblume die größte Blume in unseren heimischen Gärten ist, die gerne über den Gartenzaun blickt, lenken auch diese Kinder gerne ihren Blick „über den Kindergartenzaun“ um Erfahrungen in der Welt zu machen.

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